
In Bayern besteht nur etwa jeder zweite internationale Arzt die Fachsprachenprüfung (FSP): rund 48 % bestehen, gut die Hälfte fällt durch. Das ist keine Schätzung – die Zahl nennt das Deutsche Ärzteblatt, und die Bayerische Landesärztekammer (BLÄK) hat sie selbst bestätigt. Warum ist die FSP gerade in Bayern so anspruchsvoll? Hier sind die Besonderheiten – und worauf es bei der Vorbereitung wirklich ankommt.
Die Zahl: rund jeder Zweite fällt durch
Die Schlagzeile des Deutschen Ärzteblattes ist deutlich: „Jeder zweite ausländische Arzt scheitert in Bayern an der Fachsprachenprüfung." Von den geprüften Ärztinnen und Ärzten haben rund 52 % nicht bestanden, 48 % bestanden – diese Größenordnung hat die Bayerische Landesärztekammer ausdrücklich bestätigt. Die Botschaft ist klar: Die FSP ist keine Formalität, sondern eine echte Hürde. Gute Vorbereitung entscheidet.
Wer prüft – und auf welchem Niveau
Die FSP für Ärztinnen, Ärzte und Zahnärzte wird in Bayern im Auftrag der zuständigen Approbationsbehörden von der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK) abgenommen. Geprüft wird die Fachsprache auf C1-Niveau – nicht „nur" B2. Es geht nicht um medizinisches Fachwissen, sondern darum, ob du im Klinikalltag sicher kommunizierst: mit Patienten, im Team und schriftlich.
Was die FSP in Bayern besonders macht
Der dreiteilige Grundaufbau (Anamnesegespräch, schriftliche Dokumentation, Arzt-Arzt-Gespräch) ist bundesweit ähnlich. In Bayern stechen aber einige Punkte heraus:
- Kommission mit Linguist. Anders als in vielen Bundesländern sitzt neben zwei approbierten Ärzten zusätzlich ein Sprachwissenschaftler in der Kommission. Er achtet besonders genau auf echtes C1-Niveau, Grammatik und Aussprache.
- Drei Teile à etwa 20 Minuten. Arzt-Patienten-Gespräch, schriftlicher Anamnese- bzw. Arztbrief und Arzt-Arzt-Gespräch – zusammen rund 60 Minuten.
- Keine Verrechnung der Teile. Jeder Teil zählt eigenständig. Eine Schwäche im schriftlichen Teil lässt sich in der Regel nicht durch eine gute mündliche Leistung „ausgleichen".
- Starker Fokus auf Laiensprache. Im Patientengespräch wird streng bewertet, ob du Fachbegriffe verständlich übersetzt – etwa „Dyspnoe" → „Atemnot", „Hypertonie" → „hoher Blutdruck".
- Gebühr. Die Prüfungsgebühr liegt in Bayern aktuell bei etwa 400 €.
Neu: eigene FSP für Pflegeberufe (seit Dezember 2025)
Für die Anerkennung einer internationalen Pflegeausbildung gibt es in Bayern seit Dezember 2025 ein eigenes Verfahren, koordiniert vom Bayerischen Landesamt für Pflege (LfP) und dezentral bei zugelassenen Bildungseinrichtungen durchgeführt. Wichtig:
- Sie gilt als Nachweis berufsbezogener Deutschkenntnisse auf B2-Niveau – parallel zu Zertifikaten wie Goethe oder telc.
- Mündlicher Teil (ca. 40 Min.): Fachkraft-Patienten-Gespräch + Übergabegespräch. Schriftlicher Teil: pflegespezifische Dokumentation.
- Auch hier gilt: mündlich und schriftlich müssen jeweils eigenständig bestanden werden (etwa 60 %), kein Ausgleichen.
Tipps für die Vorbereitung in Bayern
- Auf Dialekt vorbereiten. Der simulierte Patient kann leichte süddeutsche Einfärbungen oder regionale Begriffe nutzen – Hörverstehen mit echtem Bayern-Bezug üben.
- Strukturiert übergeben. Für das Arzt-Arzt-Gespräch hilft ein festes Schema wie ISBAR (Identification, Situation, Background, Assessment, Recommendation).
- Zwei Sprachebenen trainieren. Dieselbe Sache patientenverständlich und fachlich sagen können.
- Realistisch simulieren – mit Feedback. Patientengespräch, Arztbrief und Übergabe mehrfach durchspielen und korrigieren lassen.
- Früh anmelden, wegen möglicher Wartezeiten.
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Zum Fachsprachkurs Medizin →Quellen: Deutsches Ärzteblatt (aerzteblatt.de) · Bayerische Landesärztekammer – BLÄK (blaek.de) · Bayerisches Landesamt für Pflege – LfP (lfp.bayern.de).
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