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FSP Medizin · Fallbeispiel · Dyspnoe

Dyspnoe in der FSP: Anamnese, Arztbrief und Fallvorstellung

Lesezeit ca. 7 Minuten · KlinikDeutsch ·

Dyspnoe in der FSP: Anamnese, Arztbrief und Fallvorstellung

Eine Patientin, die schlecht Luft bekommt, ist ein typischer Fall der Fachsprachprüfung. Hier finden Sie die Fragen, die Fachwörter und die Mustertexte für Anamnese, Arztbrief und Fallvorstellung.

Warum Dyspnoe in der Fachsprachprüfung vorkommt

Dyspnoe ist ein Leitsymptom mit vielen Ursachen — Herz, Lunge, Gefäße. Genau deshalb eignet sich der Fall für die Prüfung: Sie zeigen, dass Sie gezielt fragen und die Befunde sauber in die Fachsprache übertragen.

Die Fachsprachprüfung (FSP) prüft drei Situationen: das Anamnesegespräch mit der Patientin oder dem Patienten, die schriftliche Dokumentation (Arztbrief) und die Fallvorstellung vor einer Ärztin oder einem Arzt. Dieser Artikel geht den Fall einmal komplett durch — mit den Sätzen, die Sie in jeder der drei Situationen brauchen.

Der Fall: Frau Krüger, 71 Jahre, seit drei Tagen zunehmende Luftnot

Die Anamnese: diese Fragen stellen Sie

In der Anamnese sprechen Sie mit dem Patienten in der Alltagssprache — kurz, klar, ohne Fachwörter. Fragen Sie in dieser Reihenfolge, dann fehlt am Ende nichts:

Hauptbeschwerde

Begleitsymptome

Vorerkrankungen

Medikamente, Allergien, Noxen

Sozialanamnese

Von der Patientensprache zur Fachsprache

Der Patient beschreibt seine Beschwerden mit eigenen Worten. In Arztbrief und Fallvorstellung übersetzen Sie sie in die Fachsprache. Für diesen Fall die wichtigsten Paare:

Der Patient sagtSie dokumentieren
„Ich bekomme keine Luft.“Dyspnoe
„Beim Treppensteigen muss ich stehen bleiben.“Belastungsdyspnoe
„Ich schlafe mit drei Kissen.“Orthopnoe
„Nachts wache ich auf und ringe nach Luft.“paroxysmale nächtliche Dyspnoe
„Meine Beine sind dick geworden.“Beinödeme / Unterschenkelödeme
„Ich huste Schleim ab.“produktiver Husten
„Es pfeift beim Atmen.“Giemen
„Ich habe eine Herzschwäche.“Herzinsuffizienz
„Ich habe Wassertabletten.“Diuretika

Die Fallvorstellung: so berichten Sie der Oberärztin oder dem Oberarzt

Die Fallvorstellung folgt einer festen Reihenfolge: Patient und Hauptbeschwerde, Verlauf, Begleitsymptome, Vorerkrankungen, Medikation, Allergien, Noxen, Familien- und Sozialanamnese, Verdachtsdiagnose, Differenzialdiagnosen, weiteres Vorgehen. So klingt sie in zusammenhängenden Sätzen:

Ich stelle Ihnen Frau Krüger vor, 71 Jahre alt, die sich mit seit drei Tagen zunehmender Belastungsdyspnoe vorstellt, inzwischen bereits nach einem Stockwerk. Sie berichtet über Orthopnoe und beidseitige Unterschenkelödeme sowie eine Gewichtszunahme von etwa drei Kilogramm in einer Woche. Husten, Fieber und Thoraxschmerzen werden verneint. An Vorerkrankungen sind eine chronische Herzinsuffizienz, eine arterielle Hypertonie und Vorhofflimmern bekannt. Die Patientin nimmt Torasemid, Bisoprolol und Apixaban ein und gibt an, das Diuretikum in den letzten Tagen unregelmäßig eingenommen zu haben. Allergien sind nicht bekannt, sie ist Nichtraucherin. Meine Verdachtsdiagnose ist eine kardiale Dekompensation. Differenzialdiagnostisch kommen eine Pneumonie, eine Lungenembolie und eine COPD-Exazerbation in Betracht. Ich schlage ein EKG, eine Röntgenaufnahme des Thorax, die Bestimmung von NT-proBNP und Laborwerten sowie eine Echokardiographie vor.

Der Arztbrief: so dokumentieren Sie den Fall

Im Arztbrief schreiben Sie knapp, im Nominalstil und in der Fachsprache. Jeder Abschnitt hat seinen festen Platz:

Anamnese: Seit 3 Tagen progrediente Belastungsdyspnoe (NYHA III), Orthopnoe, beidseitige Unterschenkelödeme, Gewichtszunahme ca. 3 kg/Woche. Kein Husten, kein Fieber, keine Thoraxschmerzen.

Vorerkrankungen: Chronische Herzinsuffizienz, arterielle Hypertonie, Vorhofflimmern.

Medikation: Torasemid 10 mg 1-0-0 (unregelmäßig eingenommen), Bisoprolol 5 mg 1-0-0, Apixaban 5 mg 1-0-1.

Allergien: Keine bekannt.

Noxen: Nichtraucherin, kein Alkohol.

Sozialanamnese: Lebt allein, bisher selbstständig im Haushalt.

Verdachtsdiagnose: V. a. kardiale Dekompensation bei bekannter Herzinsuffizienz.

Differenzialdiagnosen: Pneumonie, Lungenembolie, COPD-Exazerbation, Pleuraerguss.

Prozedere: EKG, Röntgen-Thorax, NT-proBNP, Blutbild, Elektrolyte, Nierenwerte, Echokardiographie, Bilanzierung, Gewichtskontrolle.

Häufige Fragen zu diesem Fall

Wie frage ich nach dem Schweregrad der Luftnot?

Fragen Sie nach der Belastung, bei der die Luftnot auftritt: „Wie viele Stockwerke schaffen Sie, ohne stehen zu bleiben?“ und „Haben Sie die Luftnot auch in Ruhe?“ In der Fachsprache ordnen Sie die Antwort dann einem NYHA-Stadium zu.

Muss ich in der FSP die richtige Diagnose stellen?

Geprüft wird Ihre Sprache: ob Sie verständlich fragen, sauber dokumentieren und strukturiert vorstellen. Eine plausible Verdachtsdiagnose mit passenden Differenzialdiagnosen zeigt, dass Sie den Fall verstanden haben — die Fachsprache trägt Sie durch alle drei Teile.

Wie lange dauert jeder Teil der Fachsprachprüfung?

In den meisten Ärztekammern dauert jeder der drei Teile — Anamnese, Dokumentation, Fallvorstellung — etwa 20 Minuten. Den genauen Ablauf legt die zuständige Ärztekammer fest; ihre Website nennt Format und Bewertung.

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Dieser Artikel dient der sprachlichen Vorbereitung auf die Fachsprachprüfung. Die medizinischen Inhalte sind vereinfachte Prüfungsbeispiele und ersetzen keine Leitlinie und keine klinische Entscheidung.