
Ein Patient mit plötzlich einsetzenden, sehr starken Kopfschmerzen ist ein Prüfungsfall, bei dem es auf die richtigen Fragen ankommt. Hier finden Sie sie — zusammen mit den Fachwörtern und den Mustertexten für Arztbrief und Fallvorstellung.
Warum Kopfschmerzen in der Fachsprachprüfung vorkommt
Kopfschmerz ist ein Leitsymptom, bei dem die Anamnese die Weichen stellt: Beginn, Intensität, Begleitsymptome und Warnzeichen entscheiden über das weitere Vorgehen. Genau diese Fragen prüft die FSP.
Die Fachsprachprüfung (FSP) prüft drei Situationen: das Anamnesegespräch mit der Patientin oder dem Patienten, die schriftliche Dokumentation (Arztbrief) und die Fallvorstellung vor einer Ärztin oder einem Arzt. Dieser Artikel geht den Fall einmal komplett durch — mit den Sätzen, die Sie in jeder der drei Situationen brauchen.
Die Anamnese: diese Fragen stellen Sie
In der Anamnese sprechen Sie mit dem Patienten in der Alltagssprache — kurz, klar, ohne Fachwörter. Fragen Sie in dieser Reihenfolge, dann fehlt am Ende nichts:
Hauptbeschwerde
- Wo genau sitzt der Schmerz — einseitig, beidseitig, im Nacken?
- Wie hat der Schmerz angefangen — schlagartig oder langsam?
- Wie würden Sie ihn beschreiben: pochend, drückend, stechend?
- Wie stark ist er auf einer Skala von null bis zehn? Ist das der schlimmste Kopfschmerz Ihres Lebens?
- Kennen Sie solche Kopfschmerzen schon, oder ist das etwas Neues?
- Wodurch wird er schlimmer — Licht, Lärm, Bücken, Husten?
Begleitsymptome
- Ist Ihnen übel? Haben Sie erbrochen?
- Haben Sie Sehstörungen — Flimmern, Doppelbilder?
- Haben Sie Fieber oder ist Ihr Nacken steif?
- Haben Sie Taubheitsgefühle, Lähmungen oder Sprachstörungen bemerkt?
- Haben Sie sich in letzter Zeit den Kopf gestoßen oder sind gestürzt?
Vorerkrankungen
- Haben Sie Bluthochdruck?
- Gibt es Migräne in Ihrer Familie?
- Nehmen Sie blutverdünnende Medikamente?
Medikamente, Allergien, Noxen
- Nehmen Sie Schmerzmittel? Wie oft im Monat?
- Haben Sie Allergien?
- Rauchen Sie? Wie viel Alkohol trinken Sie? Wie viel Kaffee?
Sozialanamnese
- Wie ist Ihre Belastung bei der Arbeit? Schlafen Sie gut?
- Wie viel Zeit verbringen Sie am Bildschirm?
Von der Patientensprache zur Fachsprache
Der Patient beschreibt seine Beschwerden mit eigenen Worten. In Arztbrief und Fallvorstellung übersetzen Sie sie in die Fachsprache. Für diesen Fall die wichtigsten Paare:
| Der Patient sagt | Sie dokumentieren |
|---|---|
| „Es kam wie ein Schlag.“ | schlagartiger Beginn (Vernichtungskopfschmerz) |
| „Der schlimmste Kopfschmerz meines Lebens.“ | Erstmaliger, stärkster Kopfschmerz |
| „Es pocht auf einer Seite.“ | einseitiger, pulsierender Kopfschmerz |
| „Licht tut mir in den Augen weh.“ | Photophobie |
| „Ich vertrage keinen Lärm.“ | Phonophobie |
| „Ich sehe Flimmern.“ | Flimmerskotome (Aura) |
| „Mein Nacken ist ganz steif.“ | Meningismus / Nackensteifigkeit |
| „Ich nehme fast jeden Tag Tabletten.“ | täglicher Analgetikagebrauch |
Die Fallvorstellung: so berichten Sie der Oberärztin oder dem Oberarzt
Die Fallvorstellung folgt einer festen Reihenfolge: Patient und Hauptbeschwerde, Verlauf, Begleitsymptome, Vorerkrankungen, Medikation, Allergien, Noxen, Familien- und Sozialanamnese, Verdachtsdiagnose, Differenzialdiagnosen, weiteres Vorgehen. So klingt sie in zusammenhängenden Sätzen:
Ich stelle Ihnen Herrn Schmidt vor, 45 Jahre alt, der sich mit heute Morgen schlagartig einsetzenden, holozephalen Kopfschmerzen vorstellt, die er als die stärksten seines Lebens beschreibt, Intensität zehn von zehn. Begleitend bestehen Nausea, einmaliges Erbrechen, Photophobie und eine Nackensteifigkeit. Fieber, Sehstörungen, Lähmungen und ein Trauma werden verneint. Vergleichbare Kopfschmerzen sind ihm nicht bekannt. An Vorerkrankungen besteht eine arterielle Hypertonie, die mit Amlodipin behandelt wird. Allergien sind nicht bekannt. Er raucht etwa zehn Zigaretten am Tag. Meine Verdachtsdiagnose ist eine Subarachnoidalblutung. Differenzialdiagnostisch denke ich an eine Meningitis, eine hypertensive Krise und eine erstmalige Migräneattacke. Als weiteres Vorgehen schlage ich eine sofortige neurologische Untersuchung, eine native Computertomographie des Schädels, Laborwerte und bei unauffälligem CT eine Lumbalpunktion vor.
Der Arztbrief: so dokumentieren Sie den Fall
Im Arztbrief schreiben Sie knapp, im Nominalstil und in der Fachsprache. Jeder Abschnitt hat seinen festen Platz:
Anamnese: Seit heute Morgen schlagartig einsetzende holozephale Kopfschmerzen (NRS 10/10), stärkste je erlebte Kopfschmerzen. Begleitend Nausea, einmalige Emesis, Photophobie, Nackensteifigkeit. Kein Fieber, keine Sehstörungen, keine fokal-neurologischen Ausfälle, kein Trauma.
Vorerkrankungen: Arterielle Hypertonie.
Medikation: Amlodipin 5 mg 1-0-0.
Allergien: Keine bekannt.
Noxen: Nikotinabusus, ca. 10 Zigaretten/Tag. Gelegentlich Alkohol.
Familienanamnese: Keine Migräne, keine Aneurysmen bekannt.
Verdachtsdiagnose: V. a. Subarachnoidalblutung.
Differenzialdiagnosen: Meningitis, hypertensive Krise, Migräne mit erstmaliger Attacke, Sinusvenenthrombose.
Prozedere: Neurologischer Status, natives Schädel-CT, Blutbild, Gerinnung, Elektrolyte, bei unauffälligem CT Lumbalpunktion, neurologisches Konsil, Monitorüberwachung.
Häufige Fragen zu diesem Fall
Welche Warnzeichen frage ich bei Kopfschmerzen ab?
Schlagartiger Beginn, stärkster Kopfschmerz des Lebens, Nackensteifigkeit, Fieber, Sehstörungen, Lähmungen, Sprachstörungen, Bewusstseinsstörung und ein Sturz oder Schlag auf den Kopf. Jedes dieser Zeichen nennen Sie in der Fallvorstellung ausdrücklich — auch, wenn der Patient es verneint.
Muss ich in der FSP die richtige Diagnose stellen?
Geprüft wird Ihre Sprache: ob Sie verständlich fragen, sauber dokumentieren und strukturiert vorstellen. Eine plausible Verdachtsdiagnose mit passenden Differenzialdiagnosen zeigt, dass Sie den Fall verstanden haben — die Fachsprache trägt Sie durch alle drei Teile.
Wie lange dauert jeder Teil der Fachsprachprüfung?
In den meisten Ärztekammern dauert jeder der drei Teile — Anamnese, Dokumentation, Fallvorstellung — etwa 20 Minuten. Den genauen Ablauf legt die zuständige Ärztekammer fest; ihre Website nennt Format und Bewertung.
Diesen Fall selbst üben — mit Mikrofon
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