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FSP Medizin · Fallbeispiel · Thoraxschmerz

Thoraxschmerz in der FSP: Anamnese, Arztbrief und Fallvorstellung

Lesezeit ca. 7 Minuten · KlinikDeutsch ·

Thoraxschmerz in der FSP: Anamnese, Arztbrief und Fallvorstellung

Ein Patient mit Druck auf der Brust ist einer der klassischen Fälle der Fachsprachprüfung. Hier finden Sie die Fragen, die Fachwörter und die Mustertexte, mit denen Sie ihn in allen drei Prüfungsteilen sicher bearbeiten.

Warum Thoraxschmerz in der Fachsprachprüfung vorkommt

Thoraxschmerz gehört zu den Leitsymptomen, die in der Fachsprachprüfung regelmäßig vorkommen: Der Fall verlangt eine vollständige Schmerzanamnese, die Risikofaktoren und eine klare Verdachtsdiagnose mit Differenzialdiagnosen.

Die Fachsprachprüfung (FSP) prüft drei Situationen: das Anamnesegespräch mit der Patientin oder dem Patienten, die schriftliche Dokumentation (Arztbrief) und die Fallvorstellung vor einer Ärztin oder einem Arzt. Dieser Artikel geht den Fall einmal komplett durch — mit den Sätzen, die Sie in jeder der drei Situationen brauchen.

Der Fall: Herr Weber, 58 Jahre, seit zwei Stunden Druckgefühl hinter dem Brustbein

Die Anamnese: diese Fragen stellen Sie

In der Anamnese sprechen Sie mit dem Patienten in der Alltagssprache — kurz, klar, ohne Fachwörter. Fragen Sie in dieser Reihenfolge, dann fehlt am Ende nichts:

Hauptbeschwerde

Begleitsymptome

Vorerkrankungen und Risikofaktoren

Medikamente, Allergien, Noxen

Sozial- und Familienanamnese

Von der Patientensprache zur Fachsprache

Der Patient beschreibt seine Beschwerden mit eigenen Worten. In Arztbrief und Fallvorstellung übersetzen Sie sie in die Fachsprache. Für diesen Fall die wichtigsten Paare:

Der Patient sagtSie dokumentieren
„Ich habe so einen Druck auf der Brust.“retrosternales Druckgefühl
„Es zieht in den linken Arm.“Ausstrahlung in den linken Arm
„Ich bekomme schlecht Luft.“Dyspnoe
„Mir ist schlecht.“Nausea / Übelkeit
„Ich war ganz nassgeschwitzt.“Kaltschweißigkeit
„Mein Herz stolpert.“Palpitationen
„Ich habe zu hohen Blutdruck.“arterielle Hypertonie
„Ich habe Zucker.“Diabetes mellitus
„Ich rauche eine Schachtel am Tag.“Nikotinabusus, ca. 20 Zigaretten/Tag

Die Fallvorstellung: so berichten Sie der Oberärztin oder dem Oberarzt

Die Fallvorstellung folgt einer festen Reihenfolge: Patient und Hauptbeschwerde, Verlauf, Begleitsymptome, Vorerkrankungen, Medikation, Allergien, Noxen, Familien- und Sozialanamnese, Verdachtsdiagnose, Differenzialdiagnosen, weiteres Vorgehen. So klingt sie in zusammenhängenden Sätzen:

Ich stelle Ihnen Herrn Weber vor, 58 Jahre alt, der sich heute mit seit zwei Stunden bestehenden, drückenden retrosternalen Schmerzen mit Ausstrahlung in den linken Arm vorstellt. Die Beschwerden begannen in Ruhe, die Schmerzintensität liegt bei sieben von zehn. Begleitend bestehen Dyspnoe, Übelkeit und Kaltschweißigkeit. An Vorerkrankungen sind eine arterielle Hypertonie und ein Diabetes mellitus Typ 2 bekannt. Der Patient nimmt Ramipril und Metformin ein; Allergien sind nicht bekannt. Er raucht seit 30 Jahren etwa 20 Zigaretten täglich. Der Vater erlitt mit 62 Jahren einen Myokardinfarkt. Meine Verdachtsdiagnose ist ein akutes Koronarsyndrom. Differenzialdiagnostisch denke ich an eine Lungenembolie, eine Aortendissektion und einen Pneumothorax. Als weiteres Vorgehen schlage ich ein 12-Kanal-EKG, die Bestimmung von Troponin und Laborwerten sowie eine Monitorüberwachung vor.

Der Arztbrief: so dokumentieren Sie den Fall

Im Arztbrief schreiben Sie knapp, im Nominalstil und in der Fachsprache. Jeder Abschnitt hat seinen festen Platz:

Anamnese: Seit ca. 2 h drückende retrosternale Schmerzen (NRS 7/10) mit Ausstrahlung in den linken Arm, Beginn in Ruhe. Begleitend Dyspnoe, Nausea und Kaltschweißigkeit.

Vorerkrankungen: Arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus Typ 2.

Medikation: Ramipril 5 mg 1-0-0, Metformin 1000 mg 1-0-1.

Allergien: Keine bekannt.

Noxen: Nikotinabusus, ca. 20 Zigaretten/Tag seit 30 Jahren (30 pack years). Gelegentlich Alkohol.

Familienanamnese: Vater: Myokardinfarkt mit 62 Jahren.

Verdachtsdiagnose: V. a. akutes Koronarsyndrom.

Differenzialdiagnosen: Lungenembolie, Aortendissektion, Pneumothorax, Perikarditis, muskuloskelettaler Thoraxschmerz.

Prozedere: 12-Kanal-EKG, Troponin, Blutbild, Elektrolyte, Gerinnung, Monitorüberwachung, kardiologisches Konsil.

Häufige Fragen zu diesem Fall

Welche Differenzialdiagnosen nenne ich bei Thoraxschmerz?

Neben dem akuten Koronarsyndrom nennen Sie die Diagnosen, die Sie ausschließen wollen: Lungenembolie, Aortendissektion, Pneumothorax, Perikarditis, muskuloskelettaler Schmerz und Refluxösophagitis. Ein Satz genügt: „Differenzialdiagnostisch denke ich an …“

Muss ich in der FSP die richtige Diagnose stellen?

Geprüft wird Ihre Sprache: ob Sie verständlich fragen, sauber dokumentieren und strukturiert vorstellen. Eine plausible Verdachtsdiagnose mit passenden Differenzialdiagnosen zeigt, dass Sie den Fall verstanden haben — die Fachsprache trägt Sie durch alle drei Teile.

Wie lange dauert jeder Teil der Fachsprachprüfung?

In den meisten Ärztekammern dauert jeder der drei Teile — Anamnese, Dokumentation, Fallvorstellung — etwa 20 Minuten. Den genauen Ablauf legt die zuständige Ärztekammer fest; ihre Website nennt Format und Bewertung.

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Dieser Artikel dient der sprachlichen Vorbereitung auf die Fachsprachprüfung. Die medizinischen Inhalte sind vereinfachte Prüfungsbeispiele und ersetzen keine Leitlinie und keine klinische Entscheidung.