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FSP Medizin · Fallbeispiel · Bauchschmerzen

Bauchschmerzen in der FSP: Anamnese, Arztbrief und Fallvorstellung

Lesezeit ca. 7 Minuten · KlinikDeutsch ·

Ärztliches Gespräch über Bauchbeschwerden

Schmerzen im rechten Unterbauch gehören zu den häufigsten Fällen der Fachsprachprüfung. Hier finden Sie die Fragen, die Fachwörter und die Mustertexte, mit denen Sie den Fall in allen drei Prüfungsteilen bearbeiten.

Warum Bauchschmerzen in der Fachsprachprüfung vorkommt

Bauchschmerzen verlangen eine genaue Schmerzanamnese und, bei Patientinnen, die gynäkologische Anamnese. In der Prüfung zeigen Sie damit, dass Sie heikle Fragen respektvoll und trotzdem vollständig stellen.

Die Fachsprachprüfung (FSP) prüft drei Situationen: das Anamnesegespräch mit der Patientin oder dem Patienten, die schriftliche Dokumentation (Arztbrief) und die Fallvorstellung vor einer Ärztin oder einem Arzt. Dieser Artikel geht den Fall einmal komplett durch, mit den Sätzen, die Sie in jeder der drei Situationen brauchen.

Der Fall: Frau Yilmaz, 34 Jahre, seit gestern Schmerzen im rechten Unterbauch

Die Anamnese: diese Fragen stellen Sie

In der Anamnese sprechen Sie mit dem Patienten in der Alltagssprache, kurz, klar, ohne Fachwörter. Fragen Sie in dieser Reihenfolge, dann fehlt am Ende nichts:

Hauptbeschwerde

Begleitsymptome

Gynäkologische Anamnese

Vorerkrankungen und Operationen

Medikamente, Allergien, Noxen

Von der Patientensprache zur Fachsprache

Der Patient beschreibt seine Beschwerden mit eigenen Worten. In Arztbrief und Fallvorstellung übersetzen Sie sie in die Fachsprache. Für diesen Fall die wichtigsten Paare:

Der Patient sagtSie dokumentieren
„Es tut rechts unten weh.“Schmerzen im rechten Unterbauch
„Erst war es um den Nabel, jetzt ist es rechts.“Schmerzwanderung periumbilikal → rechter Unterbauch
„Mir ist schlecht, ich habe gebrochen.“Nausea und Emesis
„Ich habe keinen Hunger.“Inappetenz
„Ich hatte seit zwei Tagen keinen Stuhlgang.“Obstipation seit 2 Tagen
„Beim Husten sticht es.“Schmerzverstärkung bei Erschütterung
„Meine Regel war vor drei Wochen.“letzte Menstruation vor 3 Wochen
„Mir wurde der Blinddarm rausgenommen.“Zustand nach Appendektomie

Die Fallvorstellung: so berichten Sie der Oberärztin oder dem Oberarzt

Die Fallvorstellung folgt einer festen Reihenfolge: Patient und Hauptbeschwerde, Verlauf, Begleitsymptome, Vorerkrankungen, Medikation, Allergien, Noxen, Familien- und Sozialanamnese, Verdachtsdiagnose, Differenzialdiagnosen, weiteres Vorgehen. So klingt sie in zusammenhängenden Sätzen:

Ich stelle Ihnen Frau Yilmaz vor, 34 Jahre alt, die sich mit seit gestern bestehenden Schmerzen im rechten Unterbauch vorstellt. Die Schmerzen begannen periumbilikal und wanderten im Verlauf in den rechten Unterbauch; sie sind dauerhaft, die Intensität liegt bei acht von zehn und nimmt bei Bewegung zu. Begleitend bestehen Nausea, einmaliges Erbrechen, Inappetenz und subfebrile Temperaturen. Die letzte Menstruation war vor drei Wochen und regelrecht; eine Schwangerschaft ist nach Angabe der Patientin unwahrscheinlich. Voroperationen und Vorerkrankungen bestehen nicht. Sie nimmt keine Medikamente ein und hat keine Allergien. Meine Verdachtsdiagnose ist eine akute Appendizitis. Differenzialdiagnostisch denke ich an eine Adnexitis, eine Extrauteringravidität, eine Ovarialzyste und einen Harnwegsinfekt. Ich schlage eine körperliche Untersuchung mit Prüfung der Appendizitiszeichen, Laborwerte mit Entzündungsparametern, einen Schwangerschaftstest, einen Urinstatus und eine Abdomensonographie vor.

Der Arztbrief: so dokumentieren Sie den Fall

Im Arztbrief schreiben Sie knapp, im Nominalstil und in der Fachsprache. Jeder Abschnitt hat seinen festen Platz:

Anamnese: Seit gestern Schmerzen im rechten Unterbauch (NRS 8/10), initial periumbilikal, im Verlauf in den rechten Unterbauch wandernd, Zunahme bei Bewegung. Begleitend Nausea, einmalige Emesis, Inappetenz, subfebrile Temperaturen.

Gynäkologische Anamnese: Letzte Menstruation vor 3 Wochen, regelrecht. Schwangerschaft laut Patientin unwahrscheinlich.

Vorerkrankungen / Voroperationen: Keine.

Medikation: Keine Dauermedikation.

Allergien: Keine bekannt.

Noxen: Nichtraucherin, gelegentlich Alkohol.

Verdachtsdiagnose: V. a. akute Appendizitis.

Differenzialdiagnosen: Adnexitis, Extrauteringravidität, Ovarialzyste, Harnwegsinfekt, Gastroenteritis.

Prozedere: Körperliche Untersuchung (McBurney, Blumberg, Psoas-Zeichen), Blutbild, CRP, Urinstatus, Beta-HCG, Abdomensonographie, chirurgisches Konsil, Nüchternheit.

Häufige Fragen zu diesem Fall

Wie frage ich respektvoll nach Schwangerschaft und Regelblutung?

Kündigen Sie die Fragen kurz an: „Ich muss Ihnen jetzt ein paar Fragen zur Regelblutung stellen, das ist bei Bauchschmerzen wichtig.“ Dann fragen Sie direkt: „Wann war Ihre letzte Regelblutung?“ und „Besteht die Möglichkeit einer Schwangerschaft?“

Muss ich in der FSP die richtige Diagnose stellen?

Geprüft wird Ihre Sprache: ob Sie verständlich fragen, sauber dokumentieren und strukturiert vorstellen. Eine plausible Verdachtsdiagnose mit passenden Differenzialdiagnosen zeigt, dass Sie den Fall verstanden haben, die Fachsprache trägt Sie durch alle drei Teile.

Wie lange dauert jeder Teil der Fachsprachprüfung?

In den meisten Ärztekammern dauert jeder der drei Teile, Anamnese, Dokumentation, Fallvorstellung, etwa 20 Minuten. Den genauen Ablauf legt die zuständige Ärztekammer fest; ihre Website nennt Format und Bewertung.

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Dieser Artikel dient der sprachlichen Vorbereitung auf die Fachsprachprüfung. Die medizinischen Inhalte sind vereinfachte Prüfungsbeispiele und ersetzen keine Leitlinie und keine klinische Entscheidung.

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